Fertigung auslagern nach Osteuropa statt Personal aufbauen: Wann sich der Schritt rechnet

Eigenes Personal, Personalleasing oder einen ganzen Fertigungsschritt abgeben? Fünf Kriterien zeigen, wann sich Auslagern nach Osteuropa rechnet und wann nicht.

Fertigung in Osteuropa: Drei Mitarbeiter montieren an Werkbänken Metallbaugruppen, im Vordergrund eine Palette mit verpackten Fertigteilen für den Versand

Wenn die Auftragsbücher voll sind und die Halle an ihre Grenzen kommt, stellen sich Entscheider in der Produktion dieselbe Frage. Bauen wir eigenes Personal auf, holen wir Verstärkung über Personalleasing, oder geben wir einen ganzen Arbeitsschritt ab? Fertigung auslagern nach Osteuropa ist die dritte Option, und sie kommt oft zu spät auf den Tisch. Dabei verschiebt sie nicht den Engpass, sondern den Arbeitsschritt selbst. Ob sich das rechnet, hängt weniger vom Bauchgefühl ab als von fünf nüchternen Kriterien. Es geht um Stückzahl und Wiederholbarkeit, Qualitätsvorgaben und Abnahme, Logistik, Planbarkeit sowie das Verhältnis von Fixkosten zu variablen Kosten. Dieser Beitrag geht die Kriterien der Reihe nach durch und sagt auch offen, wann Auslagern nicht passt.

Die drei Wege unterscheiden sich vor allem darin, wer die Arbeit organisiert und wer die Kosten trägt, wenn die Auslastung schwankt. Eigenes Personal bindet Sie am stärksten. Suche, Einarbeitung, Führung und Lohnkosten laufen weiter, auch wenn die Aufträge nachlassen. Beim Personalleasing, rechtlich der Arbeitnehmerüberlassung, arbeiten zusätzliche Kräfte in Ihrem Betrieb und nach Ihren Anweisungen. Verleiher und Arbeitgeber ist ein erlaubnisinhabendes Partnerunternehmen, das die Arbeitgeberpflichten trägt; Arbeitina vermittelt und koordiniert, Ihr Betrieb bleibt Einsatzbetrieb. Kräfte aus Osteuropa sind auf diesem Weg in der Regel in 7 bis 10 Tagen im Betrieb. Beim Auslagern dagegen beauftragen Sie keine Stunden, sondern eine Leistung. Der Arbeitsschritt läuft an einem Standort in Osteuropa, Sie erhalten das fertige Ergebnis zurück. Für viele Betriebe ist das die eigentliche Alternative zum Outsourcing von Personal: nicht mehr Menschen in die Halle holen, sondern Arbeit aus der Halle geben.

Das erste Kriterium ist die Stückzahl, genauer ihre Wiederholbarkeit. Auslagern lohnt sich dort, wo ein Arbeitsschritt klar beschrieben ist und in ähnlicher Form regelmäßig anfällt. Typisch sind Baugruppen vormontieren, Teile bearbeiten, konfektionieren oder verpacken. Je stabiler Zeichnung, Taktzeit und Menge sind, desto besser lässt sich der Schritt als definiertes Gewerk mit festen Stückkosten fassen. Das zweite Kriterium sind Qualitätsvorgaben und Abnahme. Bevor die Serie startet, laufen Musterteile, und erst nach Ihrer Freigabe geht es weiter. Klären Sie deshalb früh, welche Maße, Toleranzen und Prüfmerkmale gelten und wer nach welchem Plan abnimmt. Was sich nicht in Prüfkriterien fassen lässt, lässt sich auch schwer auslagern. Umgekehrt ist ein Schritt mit klarer Zeichnung und klarer Abnahme oft der beste Kandidat.

Fertigung auslagern nach Osteuropa ist auch eine Frage der Wege. Das dritte Kriterium heißt deshalb Logistik und Transport. Rechnen Sie Hin- und Rücktransport von Material und Fertigteilen ehrlich ein, dazu Verpackung, Lagerpuffer und die Zeit auf der Straße. Bei sperrigen Teilen mit geringer Wertschöpfung frisst der Transport den Vorteil schnell auf. Das vierte Kriterium ist Planbarkeit. Ausgelagerte Schritte funktionieren am besten mit Vorlauf und abgestimmten Abrufen, nicht mit Zurufen am Vortag. Das fünfte Kriterium ist die Kostenstruktur. Eigenes Personal erzeugt Fixkosten, die bleiben, auch wenn die Aufträge sinken. Beim Auslagern zahlen Sie für das gelieferte Ergebnis, die Kosten folgen also der Menge. Wie groß der Unterschied für Ihren Betrieb ausfällt, lässt sich seriös nur mit Ihren Zahlen rechnen, nicht mit einer Pauschale.

Genauso wichtig ist die Frage, wann Auslagern nicht passt. Gehört ein Arbeitsschritt zu Ihrer Kernkompetenz, also zu dem, wofür Ihre Kunden gerade Sie beauftragen, bleibt er besser im Haus. Das Gleiche gilt, wenn der Schritt eng mit der eigenen Linie getaktet ist und jede Verzögerung sofort die Montage stoppt. Auch sehr kleine Mengen tragen die Anlaufkosten für Muster, Abstimmung und Transport selten. In diesen Fällen gibt es andere Wege. Beim Werkvertrag kommt ein eingespieltes Team in Ihren Betrieb und erledigt ein definiertes Gewerk vor Ort. Es organisiert sich selbst und wird pauschal oder nach Meilensteinen vergütet. Wie dieses Modell abgegrenzt ist, lesen Sie auf unserer Seite zu Werkverträgen. Wer nur zusätzliche Hände an der eigenen Linie braucht, ist mit Personalleasing oft besser beraten. Wir sagen offen, wenn einer dieser Wege besser trägt als das Auslagern.

Wie läuft der Start ab, wenn Sie Produktionsschritte verlagern wollen? Am Anfang steht die Aufnahme des Prozesses mit Arbeitsschritten, Taktzeiten, Qualitätsanforderungen und Schnittstellen. Danach wählen wir den Standort in unserem Netzwerk in Osteuropa nach Maschinenpark und verfügbaren Fachkräften aus. Leistung und Stückkosten werden vor dem Start im Vertrag festgelegt, verbindlich sind Angebot und Vertrag. Dann laufen die Musterteile, nach Ihrer Freigabe folgt die Serie. Unsere Gruppe arbeitet seit 1987 in Mittel- und Osteuropa. Der Rechtsrahmen bleibt der der EU, mit den gewohnten Standards für Verträge, Steuern und Arbeitsschutz. Sie haben einen festen Ansprechpartner in Deutschland, einen Vertrag, eine Rechnung und eine vollständige Vertragsdokumentation. Die Einzelheiten stehen auf unserer Leistungsseite Outsourcing Osteuropa.

Behalten Sie die Kontrolle, wenn der Arbeitsschritt nicht mehr im eigenen Werk läuft? Ja, sofern die Abnahme vorher klar geregelt ist. Sie erhalten Prüfprotokolle und Fortschrittsmeldungen. Abweichungen melden wir, bevor daraus ein Terminproblem wird. Wer den Partnerbetrieb sehen will, bevor der erste Auftrag läuft, besucht ihn mit uns. Welche Arbeiten sich eignen, hängt vom Gewerk ab. Metallbearbeitung, Montage, Konfektionierung, Verpackung und vorbereitende Prozessschritte laufen dort, wo Ausstattung und Fachkräfte passen. Eine Grenze bleibt dabei bestehen: Die Verantwortung für Ihr Endprodukt gegenüber Ihren Kunden gibt das Auslagern nicht ab. Es verteilt die Arbeit neu, nicht die Rolle Ihres Betriebs.

Was brauchen wir für eine erste Einschätzung? Weniger, als viele denken. Hilfreich sind eine Zeichnung oder Beschreibung des Arbeitsschritts, die ungefähre Menge pro Monat, Ihre Qualitätsvorgaben und der gewünschte Starttermin. Daraus lässt sich ablesen, ob Sie diese Fertigung nach Osteuropa auslagern sollten oder ob Werkvertrag oder Personalleasing besser passen. Wir empfehlen das Modell, das wirtschaftlich und vertraglich trägt, und sagen offen, wenn sich Auslagern nicht rechnet. Die rechtliche Bewertung im Einzelfall bleibt bei Ihrem Betrieb. Beschreiben Sie Arbeitsschritt, Menge und Zeitraum auf unserer Kontaktseite, Sie erhalten eine ehrliche Einschätzung.

Sprechen wir über Ihren Personalbedarf.

Schildern Sie Ihr Vorhaben, wir empfehlen das Modell, das wirtschaftlich und vertraglich trägt.