Mindestlohn 2026 in der Zeitarbeit: Was die Erhöhung für Einsatzbetriebe bedeutet

13,90 € gesetzlich, in der Zeitarbeit mehr: Das einheitliche DGB/GVP-Tarifwerk ist 2026 zweimal gestiegen. Was Einsatzbetriebe jetzt einordnen und fürs Budget 2027 einplanen.

Zeitarbeitskraft in amberfarbener Warnweste sortiert Bauteile an der Werkbank einer hellen Fertigungshalle

Der gesetzliche Mindestlohn liegt seit dem 1. Januar 2026 bei 13,90 € je Stunde. Zum 1. Januar 2027 steigt er auf 14,60 €. Wer mit Zeitarbeit plant, kennt damit aber nur die untere Kante. Beim Mindestlohn 2026 in der Zeitarbeit gilt eine eigene, höhere Untergrenze, und die hat sich in diesem Jahr bereits zweimal bewegt. Dieser Text ordnet ein, was seit Januar gilt, wer die Löhne zahlt und was Einsatzbetriebe für das Budget 2027 einplanen. Gemeint sind Betriebe in Produktion, Metall und Logistik, die mit überlassenen Kräften Spitzen abfangen. Eine Rechtsberatung ist er nicht. Die rechtliche Bewertung im Einzelfall bleibt bei Ihrem Betrieb.

Seit dem 1. Januar 2026 gilt in der Branche ein einheitliches Tarifwerk zwischen dem Gesamtverband der Personaldienstleister und der Tarifgemeinschaft Leiharbeit des DGB. Es hat die früheren Tarifwerke von iGZ und BAP abgelöst. Der GVP-Tarif 2026 steigt in Stufen: zum 1. Januar 2026 um 2,99 Prozent, zum 1. September 2026 um weitere 2,5 Prozent. Ein nächster Schritt ist für den 1. April 2027 vorgesehen. In der Entgeltgruppe 1 liegt das Tarifentgelt seit dem 1. September 2026 bei 15,33 € brutto je Stunde. Auf denselben Betrag ist die allgemeinverbindliche Lohnuntergrenze der Branche gestiegen. Sie bindet auch Verleiher ohne Tarifbindung und Verleiher aus dem Ausland. Für Einsatzbetriebe heißt das: Es gibt nur noch eine Tariflinie statt zweier konkurrierender Tarifwerke.

Mindestlohn 2026 und Zeitarbeit hängen also zusammen, ohne deckungsgleich zu sein: Die tarifliche Untergrenze läuft dem gesetzlichen Wert deutlich voraus. Für Ihren Betrieb ist zuerst die Rollenfrage wichtig. Beim Personalleasing, rechtlich der Arbeitnehmerüberlassung, ist Verleiher und Arbeitgeber ein erlaubnisinhabendes Partnerunternehmen, das die Arbeitgeberpflichten trägt. Über dieses Unternehmen laufen Lohn, Tarifbindung, Sozialversicherung und Lohnsteuer. Arbeitina vermittelt und koordiniert, Ihr Betrieb bleibt Einsatzbetrieb mit den Pflichten am Einsatzort. Der Stundenverrechnungssatz, den Sie zahlen, ist deshalb nicht der Lohn der Arbeitskraft. Er trägt Lohn, Abgaben, Tarifstufen, Unterkunft, Transport, Ausfallrisiko und Verwaltung. Ein niedriger Nennsatz ist deshalb kein Beweis für niedrige Kosten, sondern oft nur eine andere Verteilung der Posten. Wie das Modell im Alltag läuft, steht auf unserer Seite zu Zeitarbeit und Personalleasing.

Ein zweiter Punkt gehört in jede Kalkulation: Equal Pay. Das Prinzip lautet, dass überlassene Kräfte nach einer gewissen Einsatzdauer beim selben Einsatzbetrieb entgeltlich mit vergleichbaren Stammkräften gleichziehen. Tarifverträge dürfen davon abweichen, und Branchenzuschläge nähern die Vergütung stufenweise an. In der Praxis heißt das: Je länger ein Einsatz läuft, desto näher rückt der Satz an Ihr eigenes Lohnniveau. Der Einsatzbetrieb wirkt daran mit, etwa mit Auskünften zu den im Haus üblichen Arbeitsbedingungen. Welche Stufe wann greift, hängt am konkreten Vertrag und am einzelnen Einsatz. Die rechtliche Bewertung im Einzelfall bleibt bei Ihrem Betrieb. Wer lange Einsätze plant, spricht die Angleichung besser vor dem Start an als im laufenden Vertrag. Antworten zu Verträgen, Kosten und Abrechnung sammeln wir auf unserer FAQ-Seite.

Was die Mindestlohn-Erhöhung für Betriebe im Budget 2027 bedeutet, lässt sich nüchtern beziffern. Zum 1. Januar 2027 steigt der gesetzliche Wert auf 14,60 €, im April 2027 folgt die nächste Tarifstufe der Branche. Wer jetzt Rahmenverträge verlängert, rechnet beide Termine mit ein statt nur den Jahreswechsel. Sinnvoll ist außerdem, lange Einsätze getrennt zu betrachten, weil dort die Angleichung an das Stammlohnniveau wirkt. Unsere Richtwerte netto liegen bei 22,50 € für Anlernkräfte und Produktionshelfer, Staplerfahrer mit Schein eingeschlossen. Fachhelfer in Montage und Metallbau starten ab 26,90 €, zertifizierte Schweißer ab 31,00 €. Verbindlich wird der Satz im Angebot nach der Bedarfsanalyse. All inclusive gemäß Angebot sind Unterkunft, Fahrzeug- und Transportkosten sowie zuschlagsfreie Mehrarbeit.

Gilt der gesetzliche Mindestlohn auch für Zeitarbeitskräfte? Ja, er ist die untere Kante für jedes Arbeitsverhältnis in Deutschland. In der Zeitarbeit greift zusätzlich die tarifliche Lohnuntergrenze der Branche. Sie liegt seit dem 1. September 2026 mit 15,33 € brutto je Stunde spürbar darüber und gilt auch für Verleiher ohne Tarifbindung sowie für Verleiher aus dem Ausland. Für Ihren Betrieb heißt das: Ein Angebot, das rechnerisch darunter liegen müsste, sollte Sie stutzig machen. Auch die tarifliche Untergrenze bleibt ein Mindestwert, kein Marktpreis für qualifizierte Profile. Gezahlt wird der Lohn vom Arbeitgeber der Kräfte, also vom erlaubnisinhabenden Partnerunternehmen, nicht vom Einsatzbetrieb.

Warum steigt unser Stundensatz, obwohl der gesetzliche Mindestlohn gleich bleibt? Weil der Tarif in der Zeitarbeit eigene Termine hat. Der GVP-Tarif 2026 ist zum 1. Januar und zum 1. September gestiegen, der gesetzliche Wert dagegen nur zum Jahreswechsel. Dazu kommen Branchenzuschläge und die Angleichung bei langen Einsätzen. Ein ehrlich gerechneter Satz bildet das vorher ab, statt es später über Nachforderungen einzusammeln. Wir nennen Ihnen deshalb die Stufen, die in Ihren Einsatzzeitraum fallen, und rechnen sie in das Angebot ein. Fragen Sie im Angebot nach, welche Stufe wann greift und wie sie sich auf den Satz auswirkt. Was danach im Vertrag steht, gilt.

Was sollten wir jetzt konkret tun? Sortieren Sie Ihre laufenden Einsätze nach Restlaufzeit und Qualifikation, und legen Sie die Termine 1. Januar 2027 und 1. April 2027 daneben. So sehen Sie, welcher Einsatz im nächsten Jahr teurer wird und welcher nicht. Wenn Sie den Mindestlohn 2026 und die Tarifstufen in der Zeitarbeit gegen Ihren tatsächlichen Bedarf rechnen wollen, beschreiben Sie uns Einsatz, Anzahl und Zeitraum. Sie erhalten eine ehrliche Einschätzung, welche Kosten realistisch sind und welches Modell wirtschaftlich trägt. Je früher der Bedarf auf dem Tisch liegt, desto ruhiger lässt sich die Besetzung planen. Den Weg dorthin finden Sie auf unserer Kontaktseite.

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