Was kostet Zeitarbeit wirklich? Stundensätze und Nebenkosten 2026 im Überblick
Lohn, Sozialabgaben, Tarif, Unterkunft, Ausfallrisiko: was wirklich im Stundenverrechnungssatz steckt, warum ein niedriger Nennsatz oft teurer wird und welche Netto-Richtwerte wir offen nennen.

Wenn Betriebe Angebote von Personaldienstleistern vergleichen, fällt der Blick zuerst auf eine Zahl. Die Kosten pro Stunde entscheiden oft schon vor dem ersten Gespräch, wer überhaupt ins Rennen kommt. In der Zeitarbeit ist diese Zahl aussagekräftig, aber nur dann, wenn Sie wissen, was darin steckt. Ein Stundenverrechnungssatz ist kein Lohn. Er enthält den Lohn der Arbeitskraft, die Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung, die Tarifbindung der Branche, Urlaub und Lohnfortzahlung, dazu Vermittlung, Betreuung, Verwaltung und das Risiko eines Ausfalls. Wer nur den Nennsatz vergleicht, vergleicht Ausschnitte. Dieser Text rechnet offen durch, was in einem Satz steckt, warum ein niedriger Satz am Ende teurer werden kann und was unsere Richtwerte abdecken.
Der größte Block im Satz ist der Lohn, und der ist gesetzlich und tariflich gebunden. Der gesetzliche Mindestlohn liegt seit dem 1. Januar 2026 bei 13,90 € brutto je Stunde, zum 1. Januar 2027 steigt er auf 14,60 €. In der Zeitarbeit greift zusätzlich ein Branchentarif, der darüber liegt. Seit Januar 2026 gilt ein einheitliches Tarifwerk von DGB und GVP, es hat die früheren Werke von iGZ und BAP abgelöst. Die unterste Entgeltgruppe startete zum 1. Januar 2026 bei 14,96 € und steigt in Stufen bis April 2027 weiter. Auf diesen Lohn kommen die Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung, 2026 je nach Zusatzbeitrag der Krankenkasse rund 20 bis 21,5 Prozent, dazu Umlagen sowie Urlaub, Feiertage und Lohnfortzahlung.
Bis hierher rechnen alle Anbieter ähnlich. Der Unterschied entsteht bei den Posten, die im Nennsatz oft fehlen. Wo wohnen die Kräfte, und wer zahlt die Unterkunft? Wer trägt Fahrzeug und Fahrten zwischen Unterkunft und Werk? Was kostet Mehrarbeit, wenn eine Schicht länger läuft? Wer stellt Ersatz bei Ausfall, und ab wann? Ein Satz, der diese Fragen offen lässt, sieht im Angebot günstig aus und wird in der Abrechnung teuer. Vergleichen Sie deshalb nicht Nennsatz gegen Nennsatz, sondern die Vollkosten eines besetzten Arbeitsplatzes über den geplanten Zeitraum. Fragen Sie bei Personaldienstleistern nach Preisen für Zuschläge, Anfahrt, Unterkunft und Ausfall, bevor Sie unterschreiben.
Bei den Kosten pro Stunde für Zeitarbeit nennen wir Richtwerte, statt sie hinter einer Anfrage zu verstecken. Anlernkräfte und Produktionshelfer, Staplerfahrer mit Schein eingeschlossen, liegen bei 22,50 € netto pro Stunde. Fachhelfer für Montage und Metallbau starten ab 26,90 € netto, zertifizierte Schweißer ab 31,00 € netto. Das sind Richtwerte, verbindlich wird der Satz im Angebot nach der Bedarfsanalyse, je nach Qualifikation, Dauer und Modell. All inclusive gemäß Angebot sind Unterkunft, Fahrzeug- und Transportkosten sowie zuschlagsfreie Mehrarbeit. Für die Einordnung wichtig: Beim Personalleasing, rechtlich der Arbeitnehmerüberlassung, ist ein erlaubnisinhabendes Partnerunternehmen Verleiher und Arbeitgeber der Kräfte und trägt die Arbeitgeberpflichten. Mindestlohn, Tarif, Sozialversicherung und Lohnsteuer laufen über dieses Unternehmen. Arbeitina vermittelt und koordiniert, Ihr Betrieb bleibt Einsatzbetrieb mit den Pflichten am Einsatzort. Wie der Ablauf aussieht, steht auf unserer Seite zu Zeitarbeit und Personalleasing.
Ein Kostenfaktor steht in keinem Angebot: die Zeit ohne Personal. Eine unbesetzte Schicht kostet Deckungsbeitrag und Termintreue, manchmal den Folgeauftrag. Verfügbarkeit gehört deshalb in jede Rechnung. Kräfte aus Osteuropa stehen in der Regel in 7 bis 10 Tagen im Betrieb, komplette Teams eingeschlossen. Rechnen Sie den Nennsatz gegen die Wochen, die Sie sonst weitersuchen. Ähnlich wirkt die Einarbeitung. Wer Personal mit passender Praxis bekommt, zahlt einen höheren Satz und spart Anlernzeit. Wer am Satz spart und die Qualifikation zu knapp wählt, zahlt die Differenz an der Maschine, in Ausschuss und Nacharbeit. Welche Qualifikation Ihr Einsatz wirklich braucht, klären wir vorher in der Bedarfsanalyse.
Was ist im Stundenverrechnungssatz der Zeitarbeit enthalten? Enthalten sind der Lohn der Arbeitskraft samt Arbeitgeberanteilen zur Sozialversicherung, die Tarifbindung der Branche, Urlaub und Lohnfortzahlung sowie Vermittlung, laufende Betreuung und Verwaltung. Bei uns kommen gemäß Angebot Unterkunft, Fahrzeug- und Transportkosten sowie zuschlagsfreie Mehrarbeit dazu. Nicht enthalten sind Leistungen, die Ihr Betrieb ohnehin stellt: Arbeitsplatz, Werkzeug, Material und die Einweisung am Einsatzort. Die vereinbarten Kosten stehen vor dem Einsatz schriftlich fest, versteckte Zuschläge gibt es nicht. Weitere Antworten zu Konditionen und Abrechnung finden Sie auf unserer FAQ-Seite.
Warum ist ein niedriger Stundensatz oft die teurere Lösung? Weil der Satz nur ein Teil der Rechnung ist. Fehlen Unterkunft, Transport oder Mehrarbeit im Preis, tauchen sie später als eigene Position auf. Ist die Qualifikation zu knapp gewählt, zahlen Sie die Differenz in Ausschuss und Nacharbeit. Bleibt die Stelle vier Wochen unbesetzt, hilft auch der günstigste Satz nicht. Vergleichen Sie Angebote deshalb entlang von vier Fragen. Was ist im Satz enthalten? Welche Qualifikation steht dahinter? Wie schnell ist besetzt? Und was passiert bei Ausfall? Ersatz bei Ausfall regelt die Vereinbarung mit dem Partnerunternehmen; wir koordinieren den Wechsel, auch während des laufenden Einsatzes.
Wie kommen Sie zu einem verbindlichen Satz für Ihren Einsatz? Über eine kurze Bedarfsanalyse. Beschreiben Sie Einsatz, Anzahl und Zeitraum, dazu Schichtmodell, Qualifikation und Standort. Sie erhalten eine ehrliche Einschätzung zu den Netto-Kosten pro Stunde und zu dem Modell, das wirtschaftlich und vertraglich trägt. Wenn Zeitarbeit für Ihren Fall nicht die passende Antwort ist, sagen wir das offen. Die rechtliche Bewertung im Einzelfall bleibt bei Ihrem Betrieb. Eine formlose Nachricht auf unserer Kontaktseite genügt für den Anfang.
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